Während das Ramadanfest auch das kleine Fest (Aid as-saghîr) genannt wird, handelt es sich beim Aid al-Adhâ um das „grosse Fest“, das Aid al-kabîr.

Dieses Schlachtfest (wie es in der Übersetzung heisst) soll den Muslim an Abraham erinnern, dem Gott befahl, seinen Sohn zu töten. Jeder kennt die Geschichte aus der Bibel (Genesis 22, 1–19): Gott wollte den Gehorsam Abrahams (arab. Ibrahim) testen, in dem er ihm befahl, seinen Sohn zu opfern.

Als Ibrahim seine Gottesfurcht beweisen wollte, stoppte Gott die grausame Tat und liess ihn stattdessen ein Schaf schlachten. Heute wird die Tat Ibrahims nachgeahmt, indem jeder Muslim, der es sich leisten kann, an diesem Tag, dem 10. Tag des Pilgermonats (12. islam. Monat), ein Tier schlachtet.

Zwei Drittel des Fleisches ist denen zugedacht, die es sich nicht leisten können, den Rest verspeist man selbst.

In aller Regel beginnt das Fest mit einem gemeinsamen Besuch des Friedhofes. Danach trifft sich die Familie zum Frühstück, bei dem jede Menge Süssigkeiten aufgetischt werden. Der Rest des Tages wird Verwandtenbesuchen gewidmet.

Kinder erhalten Geschenke wie bei uns zu Weihnachten, alle tragen ihre Festtagskleidung. Es ist ruhig auf den Strassen an diesem Tag, denn alles spielt sich innerhalb der Häuser ab.

Auch wenn dieses Fest als heiliger gilt als das Ramadanfest, so wird es doch nicht ganz so ausgiebig gefeiert, denn im Unterschied zum kleinen Aid gehen ihm keine Entbehrungen voraus.

Muriel Brunswig in: Ägypten Travel Handbuch, Stefan Loose Verlag